Österreichisches Filmmuseum, Wien

Für eine konzentrierte Filmrezeption tritt der Kinoraum als „Black Cube" zurück; hoher Planungsaufwand ließ den Raum gleichsam verschwinden. Baulich wurde die Stufenanlage des Saales steiler gestellt und ermöglicht die vorgeschriebenen Fluchtwege aus dem Saal und vergrößert die Leinwand um rund ein Viertel. Störende Einbauten wurden entfernt, die wellenförmige Oberflächenstruktur als Erinnerung beibehalten. Mit der erneuerten Kinotechnik kann das Österreichische Filmmuseum alle Bild- und Tonformate anbieten.

Vor und nach dem Film steht das neue Foyer im Zentrum. Es dient tagsüber als Eingang zur Bibliothek des Filmmuseums, der Österreichischen Nationalbibliothek und Verwaltungseingang der Albertina. Von ihr leiten sich die Raummaterialien - Mannersdorfer Stein und Eichenholz - her. Dem Foyer sind zwei "Möbel" eingefügt: links die Portierloge der Albertina mit Stiegenaufgang zum Filmmuseumsbüro und -bibliothek, rechts ein „Möbel" für die Kinofunktionen. Tagsüber durch eine transluzente Schiebewand verborgen, öffnet sich das Möbel abends zu Kinokasse mit Bookshop und Bar. Mit schwarzem Tresen und schwarzen Sitznischen erweist die „Unsicht-Bar" dem „Unsichtbaren Kino" ihre Reverenz.

Ort: Augustinerstrasse 1, 1010 Wien
Bauherr: Österreichisches Filmmuseum www.filmmuseum.at
Projektvolumen: 340 qm Nutzfläche
Projektleitung: Bernd Heger
Tragwerksplaner: Harrauer & Tötzel
Haustechnikplaner: TB Naderer Akustikplaner: B. Quiring